Geschichte und Kultur – Schwarzföhren im Lied und Gedicht

22. Mai 2020 0 By Robert Rendl
Geschichte und Kultur – Schwarzföhren im Lied und Gedicht

Geschichte und Kultur – Schwarzföhren im Lied und Gedicht von Richard Büchsenmeister

Ja, i bin mir ganz sicher, i spinn net, koa Spur! Wer versteht denn heut wirki noch die Sprach der Natur? Wir sollt’n mehr schaun und a besser hinhörn, und vor allem net ständig nur d’Umwelt zerstöm. Geht’s im Leb’n auf und ab, Köpferl hoch, nia verzagn, ja, a des wollte mir die olte Föhra wohl sag’n.

Der Autor Otto Brunnflicker aus Hettmannsdorf, Würflach Bezirk Neunkirchen, schildert sehr detailgenau die Arbeit der Pecher, die er von seinem Vater gelernt hat. Er gibt uns damit als authentischer Zeitzeuge einen sehr guten Einblick in die Freuden und Leiden der Menschen, die die schwere Arbeit der Pecherei durchführten. Mit sehr viel Emotion und auch etwas Wehmut vergeht ihm die Zeit sehr schnell. „Im Pechwald“ bleibt sie jedoch scheinbar stehen.

Im Pechwald Otto Brunnflicker,
Hettmannsdorf D’Frühjoahrssunn, sie moands recht guat do spazier i glei in Woid s’Wetta paßt, die Zeit sie stimmt es wiad heit so, daß ollan gfoillt. Doch d’Märznluft sie mocht oft müad drum setz i mi bold nieda. Friacha homma jo do pecht in Jausnplotz erkenn i wieda. Die meistn Pechbam san verschwundn nur die Häferln liegn herum. Traurig is im Pechwold woan und koana frogt do woarum.

Da Loatabam steht no do is schau, a gaunz stoaka Bam do is d’Loata aufghengt woan waun ma spot hundsmüad san hoam. Schnö aunpockt is no d’Kraxn woan mit dem umherliegenden Holz, Ordnung muaß im Pechawold sei jeda Pecha woa do stolz. Sobold’s apa woa im März sans zuagricht woan die Bam woan’s oba neich beim erstn Moi do müaßns anghockt wean olle Stamm.
Geschichte und Kultur – Schwarzföhren im Lied und Gedicht Richard Büchsenmeister

Daun müaßn`s no schei grödld wean mit an Roafmesser gaunz fein, die Plätz woa doch is Heiligtum genau hot müaßn olls do sein. D’nächsti Oarbeit woa daun glei is Au’stanz’n, Häferl austrogn die Häferl aufihänga, in Pechnogl vorher einschlogn. A Steigerl wird gmocht zu jed’n Bam do hot’s koani Stauran geb’m. 20 Joahr und länga hom sies pecht des is fost a holbes Lebn. Woas Wetta schwül und dunstig, hot’s leicht grengt voan ersten Dunna do sollt’n die Bam frisch offn sei s’Pech is do glei bessa grunna. Oba wauns daun woa so weit kimmts Wetta glei von mehra Seit’n do sama schleinigst in d’Hittn ma woaß, wos des tuat bedeutn. Noch kurza Zeit woan d’Häferl voll doch imma nur mit Wossa ausglat hot des wieda g’hört s’Pech is z’leicht – verdrängt koa Wossa. Fünf moi hot ma’s müaßn hobln zum Ausfossn woas daun schau mit an Pittl und an Löffi do woa wichtig jeda Mau.
15 Häferl, daun woars Pittl voi gaunzi Woch’n kaunnst gaunz schei zahn schnö zum Fassl, die Zeit sie drängt vorsichtig beim Einilan. Glei gehts wieda vom neichn aun so a Tog daut oft scho laung es kimmt a Katastophn gleich wurd do amoi da Pecha kraunk. Oft denk i zruck auf de Zeit mein Gott hom mir uns do g’schundn mit da Loatta auf und o Haxn und Händ gaunz volla Wundn. S’Maipech woa die Medizin ois Pechfleck für G’schwulst und Wund’n mit hoaßn Wossa inhaliart bold homa wieda zogn die Rund’n. Zeitig woa ma oft im Wold do is Pech bessa grunna und hätts do öfta singa ghört und in Votta a mitbrumma. Woa ma fertig mit an Teil daun woas schau glei zum Essn a glans Feuerl homma gmocht und san danebn gaunz gern gsessn. Eierspeis, Sterz, gschmolzani Knödl des woas, die echti Pechakost vom Erdloch homa schnö no gholt a Flosch’n richtig gekühlten Most.