Wenn das große Glück im Pech liegt

21. Januar 2019 0 By Robert Rendl
Wenn das große Glück im Pech liegt

Eine ganz besondere Ehre ist es mir vom Magazin Niederösterreich gewidmete große Geschichte. Gerne erzählte ich von meinem Werdegang und was mich zur Pecherei gebracht hat. Hier ein paar Auszüge, welche mir selbst wichtig sind, den ganzen Beitrag können Sie über den folgenden Butten, direkt beim NÖ-Magazin Online nachlesen!

„Ich spürte einen Druck auf dem Herzen, bekam kaum Luft, hatte kein Gefühl mehr für das eigentlich Wesentliche.“

Zuerst als Tischler tätig, wechselte Rendl später in die Baustoffindustrie und war in der dortigen Verkaufsabteilung für halb Österreich zuständig. Eine gute Bezahlung, ein schickes Firmenauto, die Führungsposition in greifbarer Nähe – diese Vita konnte sich wahrlich sehen lassen. Doch trotz all den erreichten Zielen ging es Robert gesundheitlich immer schlechter: „Ich spürte einen Druck auf dem Herzen, bekam kaum Luft, hatte kein Gefühl mehr für das eigentlich Wesentliche, für meine Familie.“ Der beruflichen Karriere und dem drohenden Burn-Out schier entgegengerast, sagte seine Frau eines Tages zu ihm: „Weißt du was? Geh‘ doch einfach einmal in Ruhe in den Wald.“

Im Wald fand ich wieder zu mir, besann mich wieder auf das wesentliche

„Wir müssen die Natur wieder mehr zu schätzen und mit den Ressourcen behutsamer umgehen.“

Der Wald wurde für Robert zum Rückzugsort: „Hier finde ich wieder zu mir selbst. Im Grunde sind wir doch alle gleich und allesamt aus der Natur entstanden. Ich finde nicht, dass man sich über die Natur erheben soll. Vielmehr sollte man versuchen, diese zu schätzen, zu ehren und mit den Ressourcen wertschätzend umgehen, um deren Schönheit für die Nachwelt zu erhalten.“ Diese Werte versucht Robert auch den Jüngsten zu vermitteln und bietet für Schulen und Kindergärten besondere Waldtage an. „Da kochen wir gemeinsam in unserer Waldküche Pechsalben, ich erzähle von den Besonderheiten der Schwarzföhre und dem Ökosystem des Waldes, erkläre die Tier- und Pflanzenwelt und versuche ihre Sinne auf die Natur zu schärfen.“ Denn eines ist für Robert klar: „Natürlich brauchen wir diese ganze EDV-Welt, aber alles mit Maß und Ziel.“ Und der gesündeste Gegenpol ist für ihn nun mal die Natur. Schließlich wuchs er selbst mitten im Abenteuerspielplatz Wald auf, wo es einst nicht mehr brauchte, als ein paar Äste, um einen Bogen zu basteln und damit stundenlang zu spielen, bis die Mutter zum Abendessen rief.

In seinen Kursen kann er diese Entwicklung zur Rückbesinnung auf Mutter Natur immer wieder beobachten: „Es ist dieses Verlangen nach Ehrlichkeit, Handschlagqualität, Verlässlichkeit und Naturverbundenheit. Viele wünschen sich, Ruhe zu finden und suchen das ganz normale, bodenständige, ehrliche. Schlichtweg deshalb, weil es uns in dieser schnelllebigen Zeit einfach fehlt. Man kann im Leben einmal links und einmal rechts abbiegen, aber wenn du ständig in die falsche Richtung gehst, dann meldet sich der Körper irgendwann. Wir haben die materiellen Werte wie Autos, Swimmingpools und dergleichen auf eine Stufe gestellt, wo sie absolut nicht hingehören. Denn ganz oben kann immer nur unser Herz stehen und sonst nichts.“ Ein Schlussplädoyer, dem wohl nichts hinzuzufügen ist außer vielleicht die insgeheime Frage zu sich selbst: „Wann war ich eigentlich das letzte Mal im Wald spazieren?“

Was gibt es schöneres, als den Menschen mit meinen Produkten zu helfen?